Zugfestigkeittests werden durchgeführt, um die Zugfestigkeit/Bruchfestigkeit und Dehnung eines Leiters zu bestimmen. Diese Eigenschaften hängen von der Legierung und des Materialzustands ab sowie von der Abmessung des getesteten Leiters. 

Auswirkung der Leiterabmessung
Die Zugfestigkeit ist eine Materialeigenschaft, die unabhängig ist von der Geometrie und den Abmessungen. Die Zugfestigkeit eines Material hängt von dem Zustand des Prüflings ab, der getestet wird. 

Bruchfestigkeit ist definiert als die maximale Belastung, die ein Prüfling aushalten kann, bevor er bricht. Sie hängt vom Material ab, seines Zustandes und dem Querschnitt des Prüflings. Dickere Leiter desselben Materials und desselben Zustandes haben höhere Bruchfestigkeiten. Die Bruchfestigkeit ist eine endgültige gemessene Eigenschaft, die keiner Berechnung bedarf. 

Die Dehnung kann beeinflußt werden durch die Abmessung des Leiters und die Länge des Prüflings. Normalerweise hängt die Dehnung eines Materials von seinem Zustand ab, allerdings haben Leiter mit dünneren Litzendrähten mit dem gleichen Zustand eine niedrigere Dehnung.  Die Verkürzung der Länge des Prüflings erhöht die sichtbare Dehnung. 

Meßtechniken
Das Verlitzen kann die Zugfestigkeits- und Dehnungsergebnisse eines Leitermaterials beeinflussen. NEMA, der Militärstandard und andere geben zu, daß für eine AWG 22 (0.4 mm2) und kleiner die Zugfestigkeitsprüfung am gesamten Leiter erfolgt. Für Abmessungen größer AWG 20 (0.6 mm2), werden Einzeldrähte herausgenommen und die Zugfestigkeitsprüfung erfolgt am Einzeldraht. 

Die Dehnungsgeschwindigkeit kann die Zugfestigkeits- und Dehnungsergebnisse beeinflussen.  Exzessive Zugfestigkeiten oder Stoßbelastung kann die Zugfestigkeit erhöhen und die Dehnungsergebnisse verringern. Die ASTM empfiehlt eine Testgeschwindigkeit von nicht mehr als 10 inches/minute (250 mm/Minute) für Kupfer und Kupferlegierungen (ASTM B 624), und nicht größer als 3 inches/Minute (75 mm/Minute) für harte Legierungen (ASTM B 105).

Litzendehnung
Zugfestigkeit und Dehnung sind Messungen des Materialzustandes und gewöhnlich in den Leiteranforderungen für die meisten Materialien außer reinem Kupfer spezifiziert. Kupfer als Standardleitermaterial ist sehr gut bestimmt im Laufe seiner mehrjährigen Verwendung. Seine Zugfestigkeitseigenschaften sind gut dokumentiert und verstanden. Derzeitige Spezifikationen  (ASTM, NEMA, etc.) fordern nur die Verwendung der Dehnung als Maß des Kupferzustandes in seiner endgültigen Leiterform. Die Beschaffungsspezifikationen für andere Materialien sollten Anforderungen an Zugfestigkeit, Bruchfestigkeit und/oder Dehnung enthalten.


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