Messungen von Gold, Palladium und Silver

Kupfer- und Kupferlegierungsdraht wird oft mit Edelmetalloberflächen elektrolytisch beschichtet. Diese Beschichtungen können einzeln sein, im Falle von versilbertem Kupfer oder sie können aus mehreren Lagen bestehen wie beispielsweise bei Nickel-Gold oder Nickel-Palladium-Gold beschichtetem Kupferlegierungsdraht. 

Die Leistungscharakteristika von reinen Edelmetallablagerungen können mit Legierungszusätzen gesteigert werden. So können beispielsweise Nickel und Kobalt dem Gold zugegeben werden, um eine „harte“ Goldoberfläche zu produzieren. Diese Zusätze entwickeln nicht nur die gewünschte Leistung der Beschichtungsablagerung, sie ändern auch die Dichte der Beschichtung. Dies hat im Gegenzug eine Auswirkung auf die Schichtdicke.

Die Beschichtung mit Edelmetallen wird am genauesten gemessen mit Röntgenstrahlenfluoreszenztechniken. Der beschichtete Draht wird einem Röntgenstrahlenbündel ausgesetzt und die Röntgenfluoreszenzbeschaffenheit der Beschichtung wird freigesetzt. Der fluoreszierende Röntgenstrahl wird von einem Zähler entdeckt. Unter Zuhilfenahme der Zählungen pro Zeiteinheit, der Dichte der Beschichtung, der Fluoreszenz und Absorbtionskonstanten, wird die Schichtdicke berechnet. Nachdem dies ein berechneter Wert ist, werden Standardisierungs- und Korrelationsprozeduren angewendet, um Präzision und Genauigkeit zu garantieren. Dickestandards mit zertifizierten Werten und Dichten werden benutzt, um das Meßinstrument zu kalibrieren. Die Röntgenstrahlfluoreszenztechnik mißt die Dicke nur auf der Basis einer angenommenen Dichte. Die tatsächliche Dichte einer Ablagerung ist sehr schwierig zu messen, so daß ihr Wert aus einer anerkannten Reihe ausgewählt werden muß, bevor die Dickemessung erfolgt.

Wie mit jedem Instrument entsprechen die Genauigkeit und Präzision den üblichen Standards. Der "Rohfehler" in der Röntgenfluoreszenz wird bei ±5% angesezt und stellt die Unsicherheit der Messtechnik selbst dar.  Wenn die Dichte für die Beschichtung nicht korrekt dem die Dicke kalkulierenden Algorithmus zugeordnet ist, kann der daraus resultierende Dickewert ganz erheblich vom „tatsächlich“ beschichteten Dickewert abweichen. 

Die Stichprobenauswahl der Fläche, bestimmt durch die Punktgröße des Kollimators steht auch in Beziehung zum gemessenen Wert. Es ist daher allgemein anerkannte und übliche Praktik, einen Kollimator zu verwenden, der nicht mehr als halb oder ein Drittel so groß ist wie die zu messende Drahtoberfläche. Dies ist im Besonderen kritisch für Runddrähte.

Die Stichprobenauswahl der Zeiten muß auch berücksichtigt werden. Längere Stichprobenzeiten ergeben mehr Zählungen und daher eine größere Sicherheit, obwohl es einen geringeren Nutzen aus Stichproben mit Zeiten über einer Minute gibt.

Die Auswahl der Probenposition ist ebenfalls wichtig. Die Prüflinge sollten flach liegen und in der korrekten Höhe im Meßinstrument angebracht werden. Ein unkorrekte Höhe des Prüflings kann zu einem 10-15% Meßfehler führen. Der Prüfling muß so angebracht sein, daß der Kollimator-Strahl entlang der Mittellinie eines geraden Stücks Draht verläuft.

Um Edelmetalldickemeßwerte innerhalb eines anerkannten Genauigkeitsbereiches für Röntgenfluoreszenz mit unterschiedlichen Versuchsinstrumenten und in verschiedenen Umgebungen zu reproduzieren, müssen die folgenden Faktoren zutreffen:

  • Punktgröße des Prüflings
  • Kollimatorgröße
  • Stichprobenzeit
  • Dichtewert

Die akzeptierten Dichtewerte für verschiedene Edelmetallbeschichtungen sind wie folgt: 


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